Genähtes

Alles muss raus: Papierschnittmuster für den guten Zweck

### SCHNITTMUSTER-AKTION BEENDET, BITTE NICHT MEHR MELDEN! ###

Wisst ihr, warum ich grade so wenig von mir hören lasse? (Neben den zweieinhalb Schnittmustern, an denen ich arbeite?)
Ich entrümpele. Und zwar alles. Mein Leben, sozusagen.

Jetzt ist mein Büro dran – und da stehen noch viele Kartons mit erbsenprinzessin-Papierschnitten.

Einen Teil davon habe ich schon Hamburger Organisationen versprochen, die kostenlose Nähkurse anbieten.
Aber davon gibt es doch sicher anderswo auch welche.

Wer von euch bietet gemeinnützige, kostenlose Nähkurse an und möchte dafür einen Karton mit meinen Papierschnittmustern haben?

Es handelt sich dabei vor allem um Kinderschnitte.
Wenn du also Nähkurse für Teenies oder Herren anbietest, hast du dafür wahrscheinlich eher keine Verwendung. Aber wenn du mit Menschen nähst, die viel für Kinder machen, ist das für euch womöglich genau das Richtige 🙂

Die Papierschnitte bekommst du kostenlos, wenn du nachweisen kannst, dass du einen nicht-kommerziellen Nähkurs anbietest. Ich bitte dich lediglich um 5€ Versandkostenbeteiligung.
Für deinen Nähkurs packe ich dir dann gern ein Paket mit ca. 50 gemischten erbsenprinzessin-Papierschnitten – drin ist, was halt noch da ist. Größtenteils sind das, wie gesagt, Kinderschnitte. Manche davon gibt es inzwischen als e-Book in überarbeitet, manche kommen ohne Plastikhülle oder sind falsch herum gefaltet – aber nähbar sind die alle 🙂
Verschenkt sie an eure NähkursteilnehmerInnen und näht was danach!

Ich möchte bitte nicht, dass die Schnittmuster verkauft werden oder dass sonstwie damit Geld verdient wird.
Ich möchte sie einfach spenden und freu mich, wenn sie noch genutzt werden.  Zum Wegwerfen sind sie zu schade, aber selber verkaufen kann und will ich sie halt auch nicht mehr.

Wenn du Interesse und Verwendung für die Schnittmuster hast, schick mir einfach eine e-Mail, dann klären wir alles Weitere 🙂

Und warum das Ganze? Achtung, jetzt wirds persönlich.

Wo bliebt eigentlich der Entrümpelungs-Service?

Irgendwie kam der hier nie vorbei. Und wenn sich dann zu viele “Man-müsste-mal”s angestaut haben, blockieren die leider irgendwann alles. Entrümpeln ist angesagt.

Es soll ja Leute geben, denen das schwer fällt. Mich zum Beispiel.
Ich bin leider eine unheilvolle Mischung aus “kann man alles noch gebrauchen” und “das muss jetzt aber möglichst nachhaltig und korrekt und / oder gewinnbringend entsorgt werden”.
Einfach in die Tonne damit? Kann ich nicht.

Und, was passiert dann? Nichts passiert, natürlich.

Weil man natürlich keine Zeit hat, den Mac von 2008 mal hochzufahren und zu schauen, ob er noch was wert ist (rausgefunden: 61,61€) und die Festplatte zu löschen. Den anderen – noch älteren – der vielleicht gar nicht mehr startet, schon gar nicht.
Natürlich wartet man auch 8 Jahre, bis man die angeknackste Zahnkrone endlich reparieren lässt und verschludert andere Arzttermine. Weil ja immer anderes dringender ist.
Man hat auch keine Zeit, Geld, das ungut auf Girokonten herumliegt, mal sinnvoll umzuschichten.
Und sprecht mich bitte nicht auf die 20 randvollen Samlaboxen mit Kinderkleidung an, die sortiert und auf dem Flohmarkt verkauft werden wollen. (Plan fürs Wochenende!)
Man müsste auch mal den schlechter-Deal-Handyvertrag ändern und das unnütze ÖPNV-Abo kündigen (beides gestern gemacht, yeah!).

Und in die überquellenden Schränke darf sowieso keiner reinschauen.
Ich könnte ewig weiter aufzählen.
Wohlwollende Menschen nennen uns eine sympathische Villa Kunterbunt – andere versuchen halbherzig, ihr Entsetzen als Bewunderung zu tarnen (“so könnte ICH aber nicht leben!”).
Kurzum, so kann das hier alles nicht weiter gehen.
Man muss aber halt irgendwo mal damit anfangen.

Und nach einem Augen öffnenden Sommerurlaub – der als Pauschalurlaub geplant war, aber dann zum Abenteuerurlaub wurde – war klar, es müssen sich JETZT Sachen ändern.
In meinem Kopf und drumherum.
Weil die Man-müsste-mals alles verstopfen und ich vor lauter ungesundem Multitasking schon gar nicht mehr klar denken konnte. (Immerhin muss ich keine Menschen aus meinem Leben entsorgen – aber Zeug und Krempel in Massen.)
Wundert euch also nicht, wenns auf ebay Kleinanzeigen mal wieder tütenweise Stoffreste oder halb-defekte Laserdrucker geschenkt gibt. Die könnten von mir sein 🙂

Alles, was weg ist, tut mir jedenfalls grade sehr gut. Das macht den Kopf frei für neue Projekte und muss jetzt einfach mal sein. Auch wenn es dauert. Das wird gut!

Also, ran an die Papierschnitte, ich möchte bitte ein kisten-freies Büro haben!
(gestern habe ich echt noch überlegt, dafür ein Regal zu kaufen. Nein!!! Ich habe letzte Woche erst 150€ bei Ikea gelassen für Miniregale und Sortierboxen für die Kinder. Aber wer braucht schon ein Regal, wenn der Inhalt für einen guten Zweck entsorgt werden kann?! 🙂 )

Und allen, denen es ähnlich geht, kann ich erstaunt versichern: Das Fass ohne Boden hat doch einen Boden.
Und auch mit kleinen Schritten kann man ihn irgendwann sehen: 5 Minuten pro eine Schublade oder Schrankfach summieren sich – hexhex! –  irgendwann zu einem nur noch halb so vollen Schrank.
Ich wollts auch nicht glauben, aber es scheint zu stimmen! Probiert es aus!

 

 

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9 Kommentare

  • Antworten Carola 07/09/2018 at 12:46

    Liebe Britta,

    leider gebe ich keine kostenlose Nähkurse und kann Dir nichts abnehmen. Aber Deinen Blogartikel finde ich interessant. Mit dem Thema Entrümpeln beschäftige ich mich seit etwa zwei Jahren. Es klappt auch sehr gut bis auf…. meine Nähsachen. Das ist ganz schlimm. Stoffvorräte für mindestens drei Jahre. Volle Recyclingkisten im Keller. Ist doch alles noch brauchbar….

    Jedenfalls würde mich sehr interessieren was das für ein Abenteuerurlaub war der Dich zu diesen Schritten bringt.

    LG Carola

    1. Antworten Britta 10/09/2018 at 19:02

      Carola, das war an sich kein Abenteuerurlaub. Aber viel sehr tolle Natur, sehr bergig, Meer mit ordentlich Wellen. Da muss sich der verkopfte Stadtmensch ständig seiner Höhenangst stellen. Und der Flugangst. Und überhaupt der Natur.
      Und das Kind stellt fest, dass man auf einer Vulkaninsel sein kann ohne dass etwas passiert. Dass man im tiefen Meer schnorcheln kann und das toll ist statt schrecklich.
      Es waren viele solcher Sachen – echte Natur statt Kopfkino – in kurzer Zeit, die irgendwie bei mir gründlich das Gehirn durchgepustet haben 🙂

      Recyclingkisten?! Klamotten die man noch umändern kann, meinst du? Kenn ich 😀 Einerseits ja toll, andererseits sind die halt auch eine ewige To-do-liste, die einen vorwurfsvoll anschaut. Aber an die bin ich auch noch nicht drangegangen.
      Ich drück dir die Daumen. Alles muss ja auch nicht weg, oder? 🙂

  • Antworten Tanja Peter 07/09/2018 at 14:34

    Liebe Britta,
    Genau dieses Thema beschäftigt mich auch gerade sehr… Meine Erfolge für diese Woche…. 4 große blaue Ikea Taschen ins Sozialkaufhaus und 3 große Klappboxen mit Stoffreste an eine Freundin für Patchmützen… Das tut gut…. Und es geht weiter…
    Liebe Grüße
    Tanja Peter

    1. Antworten Britta 10/09/2018 at 18:56

      yeah, Tanja, weiter so! 🙂 Es ist unfassbar, welche Mengen an Kram man so spontan aus dem Haus schaffen kann… irgendwie gruselig!?

  • Antworten Nähkäschtle 07/09/2018 at 19:39

    Viel Efolg wünsche ich dir und dann … immer gleich weitergeben, verkaufen, … eine Kiste instellen, wenn sie voll ist anfangen. So bleib es überschaubar! LG Ingrid

    1. Antworten Britta 10/09/2018 at 18:55

      Ingrid, du hast recht, das ist eine gute Strategie. Die probier ich mal für Kleinteile aus! danke für die Anregung!

  • Antworten Anni 07/09/2018 at 20:56

    Ohhh, Britta, du sprichst mir aus der Seele. Ich gehöre auch zum #teamkannichirgendwannnochgebrauchen – ganz schlimm. Seufz. Ich habe in diesen Tagen ohne Ende Stoff(reste) gesichtet/aussortiert und mache mich nun tapfer ans Werk, die Vorräte zu vernähen. Auch ein Abbau! Dazu fände ich deine Schnitte natürlich auch dufte. 😉
    Ich überlegte heute, ob ich zu Ikea fahre für ein neues Schrankteil, aber ich habe mir auch gedacht, lieber Sachen wegarbeiten und aussortieren (in Kürze stelle ich wieder etwas “zu verschenken” vors Haus), als irgendwo unterzubringen und doch nicht zu nutzen…
    So, das waren meine Worte zur Nacht. Jetzt ist Feierabend für heute.
    Gute Nacht und viele Grüße
    Anni

    1. Antworten Britta 10/09/2018 at 18:54

      oh ja Anni,
      Stoffe vernähen ist auch immer gut!
      Ich drück dir die Daumen fürs Schränke-leeren! 🙂

  • Antworten Moni Reithmeier 08/09/2018 at 9:52

    Habe eine Mail geschrieben, hoffe sie ist angekommen.
    Liebe Grüße Moni Reithmeier

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